22. Juni 2018: Mad Dogtor’s Birthday

Dr. Uwe Boll ist einer der meistgehaßten Köpfe im internationalen Filmgeschäft. 2009 hat er gleich mehrfach die Goldene Himbeere abgeräumt: als Regisseur der Filme Postal, 1968 Tunnel Rats und Schwerter des Königs – und auch in der Kategorie Schlechtestes bisheriges Lebenswerk (Worst Career Achievement).

Im gleichen Jahr habe ich den gebürtigen Leverkusener mehrere Tage lang am Set von Max Schmeling beobachtet und einen ziemlich ver-rückten Hund kennengelernt. Nie zuvor und auch niemals seither war ich an einem Filmset, an dem konzentrierter und unprätentiöser gearbeitet wurde. Ich mag nicht jeden von Bolls Filmen – aber ich mag auch nicht jeden Streifen von Steven Spielberg. Ich mag Uwe als Typ. Als einen Kerl, der sich vom System nicht verbiegen lässt und sein Ding macht.

Dichter Wolf Wondratschek und Regisseur Dr. Uwe Boll sichten Rohmaterial von Boxkampf-Szenen, die mit einer Hochgeschwindigkeitskamera angefertigt wurden, im Hof von Schloss Sommerberg in Wiesbaden am Set der Dreharbeiten zum Kinofilm „Max Schmeling“ | 6. Juli 2009

Und ich verehre sein Engagement, das er mit seinem Streifen Darfur zeigt. Wenigstens dafür hat er auf dem New York International Independent Film & Video Festival den Preis für den besten internationalen Film abgeräumt. In einem Gespräch mit der Süddeutschen sagt er 2011:

In meinem Film „Darfur“ gibt es eine Szene, da geht ein Journalist mit einer Waffe zurück in das Dorf, auch wenn er weiß, dass er alleine die Bewohner nicht verteidigen kann. Für diese eine Szene habe ich den ganzen Film gemacht: Der Typ, das sind wir.

Das imponiert mir.

Heute feiert der verrückte Hund seinen 53. Geburtstag. Alles, alles erdenklich Gute Dir, mein Lieber! Lass Dich angemessen – also ordentlich – feiern!

 

©2018 für Text- und Bildbeiträge (soweit nicht anders angegeben): Dieter Röseler – alle Rechte vorbehalten.

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