9. Juni 2019: Staat und Nazis Hand in Hand

Alles Zufälle und Verkettungen unglücklicher Umstände?!

*** 2004 | Keupstrasse | Köln *** Exzerpt von #d5h30

Am 9. Juni 2004 – heute vor genau 15 Jahren – wurde vom NSU-Komplex das menschenverachtend grausame Nagelbombenattentat in der Kölner Keupstraße verübt.

Um 15Uhr56 detonierte eine mit über 700 zehn Zentimeter langen Zimmermannsnägeln und mindestens 5500 Gramm Schwarzpulver bestückte Bombe. Wie durch ein Wunder wurde bei diesem feigen terroristischen Anschlag niemand seines Lebens beraubt.

In der Folge dieser Straftat jedoch wurden viele Opfer und Opferangehörige ihrer Ehre beraubt. Und ihrer – eigentlich grundgesetzlich verbrieften – Würde (das Wort „eigentlich“ negiert auch hier – wie immer – die Grundaussage des Satzes, in dem es Verwendung findet).

In stillem Gedenken an die Opfer und Opferangehörigen nachfolgend einige nachdenkliche Stimmen. Mag ein JedeR seine eigenen Gedanken dazu entwickeln:

1. „Der Ort des Anschlags ist eine Straße mit vielen türkischen Geschäften. Dies hätte die Ermittler bewegen können, von einem rassistischen Tathintergrund auszugehen, sagten damals schon Betroffene. Doch bereits nach einem Tag meinte die Staatsanwaltschaft zu wissen, dass es „keine Hinweise auf eine terroristische Lage“ gebe. Der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sagte damals ebenso schnell, dass die Erkenntnisse auf den Hintergrund eines „kriminellen Milieus“ hinweisen würden. 2013 entschuldigte er sich bei seiner Vernehmung im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags für diese Fehleinschätzung.“

Quelle: taz vom 23. Juni 2013, abgerufen am 8. Juni 2019 hier: http://www.taz.de/!5064684/


2. „Wichtige Zeugen wurden nicht befragt, eine Datenbank nicht richtig genutzt […] Als „fast schon skandalös“ bezeichnete Clemens Binninger, der CDU-Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss, das Verhalten der Kölner Polizei nach dem Anschlag im Jahr 2004. „Diesen Fall hätte man aufklären können“, ist Binninger überzeugt. Zu diesem Schluss kommt der Politiker nach der Befragung eines Kölner Polizisten im NSU-Untersuchungsausschuss am Donnerstag (25.04.2013) in Berlin. Der Beamte sei gemeinsam mit einem Kollegen zum Zeitpunkt des Anschlags in direkter Nähe auf Streife gewesen. […] die beiden Beamten hätten wichtige Hinweise geben können – wenn sie denn vernommen worden wären. […] Nach WDR-Informationen wurden sie allerdings nicht gefragt, ob sie Verdächtige gesehen hätten, die Ähnlichkeit mit den mutmaßlichen Attentätern des NSU gehabt hätten. Zum Ärger von Binninger: „Erst jetzt, neun Jahre nach dem Anschlag, werden sie vernommen und das noch nicht einmal gründlich“. Die Vernehmung habe ausgerechnet der Ermittler geführt, der 2004 für die Versäumnisse in Köln verantwortlich gewesen war. […] „Der Vorwurf der Verfahrensbeeinflussung steht im Raum“, sagte Petra Pau (Linke).“

3. „Wäre nach den Schlagworten „männlich“, „Koffer“ und „rechtsradikal“ gefragt worden, hätte man die Datei des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt abrufen können, kritisierte der CDU-Obmann. Spliethoff [Leiter der zuständigen Polizei-Tatortgruppe] war diese Abfragmöglichkeit nach eigenen Angaben nicht bekannt.“

Quelle von 2 und 3: WDR am 25. April 2013, abgerufen am 8. Juni 2019 hier: https://www.wdr.de/archiv/am-rechten-rand/nsu-108.html


4. „Am Tag des Nagelbombenanschlags war Andreas Temme, der Beamte des hessischen Landesamts für Verfassungsschutz, der im April 2006 beim NSU-Mord an Halit Yozgat in Kassel am Tatort anwesend war, in Köln, um eine Tagung zu besuchen.“

Quelle: Wikipedia, abgerufen am 9. Juni 2019 hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Nagelbomben-Attentat_in_K%C3%B6ln#Hintergr%C3%BCnde


Volker Bouffier, CDU, Ministerpräsident von Hessen

5. „Unglaubliche 120 Jahre Sperrfrist für eine Akte des Verfassungsschutzes zum NSU: Damit konfrontiert hatte sich auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Juni 2017 überrascht gezeigt. „Wie bitte?“, entfuhr es ihm. Die Linken waren auf die Existenz des Berichts gestoßen, den der hessische Verfassungsschutz verheimlichen wollte. Es geht um streng geheime Unterlagen darüber, was der ihm Jahre lange unterstellte Verfassungsschutz zur extremen rechten Szene zusammengetragen – und dabei ignoriert oder nicht ernst genommen hat.“

Quelle: Lars Wienand am 16. Juli 2018 auf t-online, abgerufen am 9. Juni 2019 hier: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_84106974/warum-bleibt-die-nsu-akte-120-jahre-unter-verschluss-.html


6. „Am 10.Juni stellte die Berliner Staatsanwaltschaft das von der Polizei eingeleitete Strafverfahren wegen Verunglimpfung des Staates ein. Die Staatsanwaltschaft bewertet die strittige Aussage [Staat und Nazis Hand in Hand] als eine im Kontext der Erkenntnisse zum NSU-Komplex zulässige Meinungskundgabe und betont, „dass die Formulierung ‚Staat und Nazis Hand in Hand‘ keine Gleichsetzung des Staates mit Nazis zum Ausdruck bringt, sondern nur eine enge Kooperation des Staates mit Nazis anprangert.“

Quelle: glokal am 2. Juli 2014, abgerufen am 9. Juni 2019 hier: https://www.glokal.org/nsu-schlappe-fur-polizei-staat-nazis-hand-in-hand-verunglimpft-staat-nicht/


7. „In Köln ist weiterhin nicht klar, wo das Mahnmal zur Erinnung an das Nagelbombenattentat vom 9. Juni 2004 gebaut werden soll. Nach Angaben von Oberbürgermeisterin Henriette Reker vom Freitag (07.06.2019) gibt es noch kein Grundstück für das Mahnmal. […] Wo bleibt der Aufschrei, fragen Anwohner zusammen mit der Initiative „Keupstrasse ist überall“ in einem offenen Brief, der jetzt im Internet zu lesen ist. Die Verantwortlichen in der Verwaltung hätten immer noch nicht begriffen, welche Bedeutung dieses Mahnmal habe, heißt es. […] Sollte es keine Einigung auf einen neuen Standort geben, dann sieht Kölns Oberbürgermeisterin die Gefahr, „dass wir auch in den kommenden Jahren und auf absehbare Zeit kein Mahnmal sehen werden“.

Quelle: WDR am 7. Juni 2019, abgerufen am 9. Juni 2019 hier: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/streit-mahnmal-keupstrasse-gedenktag-100.html


©2019 für Text- und Bildbeiträge (soweit nicht anders angegeben): Dieter Röseler – alle Rechte vorbehalten.

17. Mai 2019: „Ihr quatscht zu viel.“

Hubert Käppels Eintrag ins Klassenbuch der Bensberger Bürgerschaft anlässlich der Ausstellungseröffnung von Walter Hanels Retrospektive

15. Mai 2019: BREAKING (Podcast-)News

Home is where the Dom is

Zutiefst geehrt, demütig dankbar und höchstgradig motiviert haben wir heute die große Freude, einen neuen institutionellen „Die Besten …“-Produzenten begrüßen zu dürfen:

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt den Chargesheimer-Jedächtnis-Podcast, der kommenden Samstag, den 18. Mai 2019 ab 20 Uhr LIVE aus der Lichtblick School in Köln-Nippes übertragen wird, ebenfalls.

Und zwar mit einem „Heimatscheck“, einem kulturellen Förder-Programm, das erst im letzten Jahr von der neuen schwarz-gelben Landesregierung aufgesetzt wurde.

Unser ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem für die Bearbeitung von Heimatscheck-Förderanträgen zuständigen Dezernat 35.3 bei der Bezirksregierung Köln, dessen gute Seelen es geschafft haben, die reguläre Bearbeitungszeit in diesem besonderen Fall zu halbieren. Ganz ohne jedes „Fitzli-Fatzli“. Unbürokratisch. Bürgernah. Toll!

Last but not least: DANKE für diese großartige Unterstützung – sie ist Ehre und Verpflichtung gleichermaßen!!!

5. Mai 2019: Photoszene-Festival 2019

SAVE the TIME!

Künstlergespräch mit Kurt Buchwald

5. Mai 2019 | 14:00 Uhr | Erzbergerplatz 9 | 50733 Köln

Kurt Buchwald

Vorgestern hat die „heiße“ Festivalwoche begonnen und der mutige Entschluß der OrganisatorInnen um Geschäftsführerin Heide Häusler, sich vom Diktat und der Unberechenbarkeit der KölnMesse nicht weiter beeindrucken zu lassen, hat sich zweifellos als richtig erwiesen.

Als eines der ältesten und renommiertesten Foto-Festivals weltweit präsentiert die Internationale Photoszene Köln in diesem „Nicht-photokina-Jahr“ erneut eine Vielzahl von Ausstellungen im Kölner Stadtgebiet, die sich großer Aufmerksamkeit erfreuen.

Eine der Interessantesten feierte gestern im Kölner Norden Eröffnung. Die beiden Mitbegründer der Initiative HIGH FIVE, HP Schaefer und Helmut Hergarten, haben sich in diesem Jahr die KollegInnen Philipp J. Bösel (DGPh) aus meiner neuen Heimat Bensberg, Kurt Buchwald (DFA) aus Berlin und die Kölnerin Steffi Sonntag ins Boot geholt.

Tagestipp für heute: das Künstlergespräch mit dem Fotografen, Aktions- und Konzeptkünstler Kurt Buchwald, den Schaefer am Rande der Hamburger DFA-Tagung für die diesjährige Gruppen-Show der HOHEN FÜNF gewinnen konnte.

Der gebürtige Wittenberger Kurt Buchwald, dessen Sohn – gutes antizipierendes Timing – am 9. November Geburtstag feiert, weiss Einiges zu berichten: so konnte er beispielsweise den Mauerfall vor 30 Jahren von einem Logenplatz aus beobachten: am Fenster seiner Berliner Wohnung. Irgendwann im Verlauf der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 wurde er von Baggerlärm geweckt und wunderte sich, warum die Grenzsicherungstruppen der NVA sich am „Antifaschistischen Schutzwall“ der Bernauer Straße zu schaffen machten.

(In diesem Zusammenhang muss leider erwähnt werden, dass der Chronist im Rahmen einer Vernissagen-Wette einige Kaltschalen kölnischen Gerstensafts verloren hat: der BesserWissi verwechselte die Bernauer mit der Bornholmer Straße…)

Buchwalds Arbeiten spiegeln seine Lebensphilosophie: durchaus gesellschaftskritisch nähert er sich selbst dem ernstesten Thema stets mit mindestens einer Prise augenzwinkerndem Humor. Mitunter durchaus sarkastisch. Und tiefschwarz. Wie seine Röhren. Und die 99 Luftballons, die seine Koje markieren.

4. Mai 2019: Chargesheimer-Jedächtnis-Podcast

PROFIFOTO berichtet:

2. Mai 2019 

Am 19. Mai würde der legendäre Kölner Fotograf Chargesheimer 95 Jahre alt. Am Vorabend wollen Philipp J. Bösel (DGPh), Markus Schaden (The Photobook-Museum), Wolfgang Zurborn (DFA­ Präsidium) und als Gastgeber Dieter Röseler ein ebenso unterhaltsames wie kurzweiliges und dennoch informatives Gespräch über den bedeutenden deutschen Fotografen der Nachkriegszeit führen.

„Charges…. – wer?“ ist die einhellige Reaktion, wenn man den Künstlernamen von Karl Heinz Hargesheimer (1924 – 1971/72) außerhalb seiner Fan-Gemeinde erwähnt. Dabei war der zeitlebens mit seiner Heimatstadt eng verbundene Kölner einer der gefragtesten und vielbeschäftigsten Nachkriegsfotografen Deutschlands: so beauftragte Spiegel-Gründer Rudolf Augstein ihn beispielsweise im Vorfeld der Bundestagswahl 1957, ein Porträt von Konrad Adenauer anzufertigen. In der Hoffnung, dass der „Alte“ so gezeigt werde, dass ihm keine dritte Amtszeit als Bundeskanzler vergönnt sei.

Obgleich Augsteins Hoffnung sich nicht erfüllte, war Chargesheimers Adenauer-Bildnis (das dieser im Übrigen autorisierte) eines „in Granit gemeißelten, maskenhaften Antlitz[es]“ in seiner ungeschönten Unmittelbarkeit seiner Zeit weit voraus und stilbildend, genauso wie der Bildband „Im Ruhrgebiet“, den er nur ein Jahr später gemeinsam mit dem späteren Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll vorlegte. Während sich die meisten Honoratioren der Ruhrgebiets-Städte über alle Maßen echauffierten („Der Gelsenkirchener Verkehrsdirektor warf den Autoren Böll und Chargesheimer „pessimistische Voreingenommenheit und beispiellose Einseitigkeit“ vor und konstatierte, die beiden Autoren hätten – „das gilt für Mensch und Landschaft“ – nur „Entartung“ dargestellt.“ Der Spiegel 4/1959, Seite 59), urteilte Karl Korn (Gründungsherausgeber und Ressortleiter Feuilleton der FAZ) in seiner Rezension: „Man fühlt sich mit einem Dante der Kamera konfrontiert.“

Auch mit seinem opus summum „Köln 5Uhr30“ (1970) polarisierte Chargesheimer. Seine vehemente fotografische Kritik an der nach dem Leitbild der „autofreundlichen Stadt“ ausgerichteten Kölner Verkehrspolitik der Sechziger Jahre war wenig zeitgemäß. Der melancholische Abgesang „an ‚seine‘ Stadt Köln, die im Beton zu erstarren drohte“ wurde zwar von photokina-Mitbegründer Prof. L. Fritz Gruber mit einer fulminanten Einzel-Ausstellung geadelt – beim Publikum stieß sie jedoch mehrheitlich auf Unverständnis und Ablehnung.


Heute wird diese Ikone der Fotobücher zu Höchstpreisen gehandelt und seine (und auch Heinrich Bölls) Meinung mehrheitlich geteilt, dass die Kölner Innenstadtschneise „Nord-Süd-Fahrt“ eine Bausünde allererster Güte sei. Die Stadt Köln hat zwar schon 1980 ein Nachwuchs-Stipendium im Bereich Medienkunst nach ihrem couragierten Sohn benannt, übt sich seither jedoch in vornehmer Zurückhaltung.


Weitere Erinnerungen im Öffentlichen Bewusstsein sind ausschließlich auf Privatinitiativen engagierter Bürger zurückzuführen (z. B. Gigi und Paolo Campi, Renate Gruber, Helmut Krumminga mit Wolfgang Niedecken, Heinz-Erich Lambertin et alii der Chargesheimer Gesellschaft, Prof. Christoph und Markus Schaden sowie Wolfgang Vollmer und Eusebius Wirdeier, beide DGPh).


Der Chargesheimer-Jedächtnis-Podcast wird planmäßig auf Dieter Röselers YouTube-Kanal live am Vorabend von Chargesheimers 95. Geburtstag am 18. Mai 2019 ab 20:00 Uhr aus der Lichtblick School in Köln Nippes übertragen.


Das Publikums-Interesse an dieser Veranstaltung ist überraschend groß: die Facebook-Veranstaltung hat bereits am 27. April d. J. (also noch vor Beginn aller PR-Aktivitäten der Projekt-Förderer) 1.366 Personen erreicht. Ein erstes Teaser-Video mit Wolfgang Zurborn und Dieter Röseler ist seit dem 20. April online. Das zweite, in dem Röseler und Philipp J. Bösel beim gemeinsamen Frühstück über Chargesheimer sinnieren, feierte am 27. April Premiere. Das dritte und letzte Teaser-Video schließlich, in dem Röseler auf Markus Schaden trifft, wird eine Woche vor der Veranstaltung am 11. Mai erscheinen.

https://www.youtube.com/channel/UC60nb0aYIkwCeBsEio-IzjQ

29. April 2019: „Druckfrisch“ in den Mai

Ausstellungseröffnung in der VHS Bergisch Gladbach morgen, am 30. April 2019, ab 19 Uhr

Dagmar vom Grafen-Connolly (oben im Bild) als Organisatorin der Künstlergruppe ZWEIFELLOS und VHS-Leiter Michael Buhleier freuen sich auf Ihren Besuch

Die UNESCO hat im März vergangenen Jahres die traditionelle Druckkunst in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen. Grund genug für Kunstfreund Michael Buhleier, mit der Ausstellung der internationalen Künstlergruppe diese Jahrhunderte alte Kunstform zu würdigen.

17 KünstlerInnen aus Belgien, Deutschland und England präsentieren ihre aktuellen druckgraphischen Werke anlässlich ihrer 10-jährigen Zusammenarbeit. Auch die in Bergisch Gladbach ansässigen Eckard Alker, Walter Hanel, Maren Hoch und Lothar Sütterlin zeigen Exzerpte ihrer Arbeiten.

Vom Grafen-Connolly als Mitorganisatorin war den ganzen Vormittag damit beschäftigt, ihren Künstler-KollegInnen bei der Hängung ihrer Arbeiten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Bevor sie sich um die finale Hängung ihrer eigenen Werke kümmerte, die bescheiden im hinteren Eckchen der ersten Etage rechts neben Buhleiers Chef-Büro ihren Platz gefunden haben, ließ sie sich heute Mittag für fünf Minuten in ein Gespräch verwickeln, um ein wenig über sich und ihre Drucke zu erzählen.

Sehr finster arbeite sie. Und deutet auf ihre persönliche Lieblings-Arbeit. Der nebenstehend abgebildete Druck ist ein Porträt ihres Gatten, das an und für sich schon fertig war. Licht und hell. Es war sogar schon signiert.

Doch dann ereilte das glückliche Paar die ärztliche Nachricht, dass für den Porträtierten eine Herz-Operation unumgänglich sei. Und so sublimierte die in Düsseldorf geborene und nun in Belgien lebende Künstlerin all ihre Emotionen, indem sie das lichte Porträt weiter entwickelte.

Michael Buhleier hält um 19.00 Uhr die Eröffnungsrede und Dagmar vom Grafen-Connolly führt im Anschluss in die Welt der Druckgraphik ein.

Der Eintritt ist selbstverständlich kostenlos.


Text & Lichtbilder: ©2019 @dieterroeseler – Alle Rechte vorbehalten

19. April 2019: Il est cinq heures, Paris s’éveille

Köln auch. Genauer: Bensberg-Lückerath. Jedenfalls dann, wenn man die noch geltende Sommerzeit außer Acht lässt.

Der volle Mond schickt sich an, malerisch hinter dem Kölner Panorama zu versinken. Dankenswerterweise exakt zur Morgendämmerung. Und obendrein in einem Winkel, der von meinem Balkonien aus betrachtet ein passables Bild verspricht.

Also: Die lange Tüte auf den Kamera-Korpus und Beides aufs Stativ… Kaffee kochen und Speicherkarte einlegen. Seit dem Blutmond im letzten Sommer hab‘ ich mich (nicht nur) lichtmalerisch mit dem Erd-Trabanten so häufig beschäftigt, dass sich die perfekte Zeit-Blenden-Kombination quasi selbsttätig einstellt.

Die Welt die monden ist | Hannelore Elsner rezitiert Rilke

Noch steht er zu hoch am Firmament, das beginnt, vom tiefen Blau der Nacht in ein zartes Purpur zu changieren. Wie amüsant… die Kardinalsfarbe. Am Kreuzigungstag.

Zeit zu sinnieren. Über Gott. Die Welt. Und über Chargesheimer, der heute in exakt einem Monat seinen 95sten Geburtstag feiern könnte. Wenn er noch lebte. Ihm würde sicher gefallen, dass die Domspitzen von hier aus nicht auszumachen sind. Einer der vierundzwanzig Nadelbäume aus Nachbars Garten verdeckt sie. Also wähl‘ ich den charakteristischen Pylon der Severinsbrücke als linke Bildbegrenzung. Und warte auf ein wenig mehr Dämmerungslicht. Und darauf, dass der Mond dem Horizont noch ein wenig weiter entgegen wandert… JETZT!

Monduntergang über Köln | 19. April 2019

5Uhr34 und 34 Sekunden würden die Metadaten der Bilddatei als Belichtungszeitpunkt ausweisen, wenn die Kamera-Uhr nicht auf Sommerzeit eingestellt wäre.

Während der Ausarbeitung des Lichtbildwerks am Rechner sehe ich, dass ein lieber Facebook-Freund mir einen YouTube-Link geschickt hat. Sting – ich mag Sting. Sehr. Im Duett mit einer Französin: „Stolen Car“. Ich bin begeistert. Sowohl vom Song als auch vom Video.

Und meine Gedanken fliegen nach Paris. Zugegeben: Meine Gefühle auch. Ich stöbere in den Zeugnissen meines letzten Aufenthalts dort und vernehme den lautlos-lauten Ruf der Stadt der Liebe, ihr baldmöglichst wieder die Ehre zu erweisen.

Paris, Montmartre | 24. Mai 2018

Je tiefer ich eintauche in die Bilddokumente, desto unbedingter ruft sie in meinem Kopf nach mir: eine Vielzahl von „Cinquante-et-uns-du-Jour“… die Bouquinistenauslagen an der Pont Neuf… schöne Weiber und gelassene Kerle am Seine-Ufer…

… und schließlich der etwas verloren wirkende junge Mann am Gare du Nord – wartet er auf die Ankunft seiner Liebsten?! Wie auch immer: „Il est cinq heures [trente-deux, sagen die Metadaten], Paris s’éveille

Morgendämmerung am Gare du Nord | 26. Mai 2018

Der Legende nach ist dieser französische Chanson mitverantwortlich für den Titel von Chargesheimers opus sumum namens „Köln 5Uhr30“. Der Kreis schließt sich. Wie ein Vollmond. Und es ist beschlossen: ich werd‘ Dich wiederseh’n, Paris mon amour.

J’arriverai. Bientôt!

Frohe Ostern allerseits!!!


©2019 für Text- und Bildbeiträge (soweit nicht anders angegeben): Dieter Röseler – alle Rechte vorbehalten.

25. März 2019: Bastard I – V

Bastard II | 10. August 2018 | Bensberg

Inspiriert von den frühen Wolken-Arbeiten Marina Abramovics auf der einen Seite und vom Song „Bastard“ des erfolgreichsten deutschen Pop-Duos Rosenstolz andererseits hat Dieter Röseler im August 2018 die Arbeit an seinem Schwarzweiss-Zyklus Bastard aufgenommen.

Vom Balkon seiner Wohnung im rheinisch-bergischen Bensberg fängt er seither mit der Kamera triviale Wolkenformationen ein, die er in einem weiteren Arbeitsschritt spiegelt. So entstehen Faltbilder, die als Grundlage für ein psychodiagnostisches Testverfahren nach dem freudianischen Psychiater und Psychoanalytiker Hermann Rorschach dienen können.

Die ersten fünf Bildtafeln legt er nun als optische Untermalung für das titelgebende Musikstück vor:


©2019 für Text- und Bildbeiträge (soweit nicht anders angegeben): Dieter Röseler – alle Rechte vorbehalten.

18. Februar 2019: Neues Wohnzimmer

Es ist noch keine drei Monate her, dass das Projektbüro Berlin-Brandenburg mit einer Hausausstellung von #minnsche am 1. Dezember 2018 im „Bensberg Berlins“ – also in Kleinmachnow – eröffnet wurde. Und gerade einmal eineinhalb Monate, dass Dieter Röseler den Podcast „Die Besten im Westen – Im Osten nur Kosten?!“ mit seinem Selbstgespräch am Neujahrsmorgen 2019 startete.

Am Samstag dann erreichte ihn die Frohe Botschaft, dass der Freundeskreis der Neuen Kammerspiele Kleinmachnow sein Projekt tatkräftig unterstützen wolle – gleichsam als ostdeutsches Pendant zum Bürgerportal Bergisch Gladbach, das nicht weniger als die Hebamme oder Geburtshelferin von #dbiwionk ist: sowohl mit ideeller als auch mit pekuniärer Unterstützung von der ersten Sekunde an.

Vier Episoden werden daher 2019 ausnahmsweise nicht an einem Ort aufgezeichnet, den der/die ProtagonistIn aufgrund tiefer emotionaler Verbundenheit auswählt, sondern in Röselers flammneuem ostdeutschen Wohnzimmer: den Neuen Kammerspielen im brandenburgischen Kleinmachnow.

Für Dieter Röseler ein Zeichen, dass tatsächlich zusammenwächst, was zusammen gehört!


Die nächste Podcast-Episode erscheint kommenden Samstag übrigens mit dem im Juli 2015 als Staatsfeind Nr. 1 von einem gewissen Hans-Georg Maaßen gehetzten netzpolitik.org-Gründungs-Chef Markus Beckedahl.

Markus Beckedahl, Netzaktivist, Lobbyist und Unternehmer – Gründer von netzpolitik.org Porträt im Besprechungsraum „Tresor“

Damit hat der seinerzeitige Leiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz sich auf eine Stufe gestellt mit dem 1962 amtierenden Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Strauß: er hatte die … nunja: mindestens sportliche, vor Allem aber verabscheuungswürdig demokratiefeindliche Auffassung, dass ein StaatsDIENER einen investigativ tätigen Journalisten mit Hilfe eines mehr schlecht als recht an den Haaren herbeigezogenen Verdachts auf Landesverrat (§94 StGB) mundtot machen könne.

Strauß hatte 1962 nach 52 Tagen keine andere Wahl mehr, als auf sein Amt zu verzichten. Nachdem alle FDP-Minister 11 Tage zuvor aus Protest geschlossen zurückgetreten sind.

Maaßen hingegen durfte nach seinem Lapsus noch drei Jahre und vier Monate den Inlandsgeheimdienst leiten – warum auch immer.

Vorgestern schließlich traute Schorsch Maaßen sich wieder in die Öffentlichkeit (gute drei Monate, nachdem ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endgültig mit sofortiger Wirkung in den einstweiligen Ruhestand versetzt hatte). Mit einer Rede, in der er die Flüchtlingspolitik des Jahres 2015 als grundlegende Ursache für eine wachsende Gefahr des islamistischen Terrors brandmarkte.

Maaßen mag Jurist und politischer Beamter sein, wie die deutsche wikipedia im ersten Satz feststellt. Vor Allem aber ist er zweifelsohne eins: ein rechter Brandbeschleuniger.


Hier als Appetitanreger der Teaser-Trailer zum Gespräch mit Markus Beckedahl:


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24. Januar 2019: „Ich sehe was, was du nicht siehst – Fotografische Ansichten“

Gemeinsam mit Projekt-Initiatorin Marlis Sauer kuratiert Dieter Röseler seit zwölf Wochen eine lebendige Fotografie-Ausstellung für das Zentrum Bensbergs. Ihr gemeinsames Projekt „Ich sehe was, was du nicht siehst – Fotografische Ansichten“ verfolgt das Ziel, die Künstlerische Fotografie in ihrer ganzen Vielfalt wieder im kulturellen Leben der Stadt zu verankern. Bei der Premierenveranstaltung am kommenden Sonntag und weitere drei Wochen lang werden insgesamt zwölf (sic!) Künstlerinnen und Künstler aus Köln, dem Rhein-Sieg- und dem Rheinisch-Bergischen Kreis ihre unterschiedlichen Positionen dem interessierten Publikum zeigen.

Dieter Röseler wird eingedenk des Internationalen Gedenktages an die Opfer des Holocausts streng limitierte Vintage Prints aus seiner Werkreihe „Deutschland 5Uhr30 – #d5h30″– inszenieren.

Hier als kleines Appetithäppchen vorab ein paar Impressionen der gestrigen Gespräche mit den Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Presse… enJOY!

SAVE THE DATE: Sonntag, 27. Januar 2019 | 18Uhr30 | Schloßstr. 16a | 51429 Bensberg


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