9. Juni 2019: Staat und Nazis Hand in Hand

Alles Zufälle und Verkettungen unglücklicher Umstände?!

*** 2004 | Keupstrasse | Köln *** Exzerpt von #d5h30

Am 9. Juni 2004 – heute vor genau 15 Jahren – wurde vom NSU-Komplex das menschenverachtend grausame Nagelbombenattentat in der Kölner Keupstraße verübt.

Um 15Uhr56 detonierte eine mit über 700 zehn Zentimeter langen Zimmermannsnägeln und mindestens 5500 Gramm Schwarzpulver bestückte Bombe. Wie durch ein Wunder wurde bei diesem feigen terroristischen Anschlag niemand seines Lebens beraubt.

In der Folge dieser Straftat jedoch wurden viele Opfer und Opferangehörige ihrer Ehre beraubt. Und ihrer – eigentlich grundgesetzlich verbrieften – Würde (das Wort „eigentlich“ negiert auch hier – wie immer – die Grundaussage des Satzes, in dem es Verwendung findet).

In stillem Gedenken an die Opfer und Opferangehörigen nachfolgend einige nachdenkliche Stimmen. Mag ein JedeR seine eigenen Gedanken dazu entwickeln:

1. „Der Ort des Anschlags ist eine Straße mit vielen türkischen Geschäften. Dies hätte die Ermittler bewegen können, von einem rassistischen Tathintergrund auszugehen, sagten damals schon Betroffene. Doch bereits nach einem Tag meinte die Staatsanwaltschaft zu wissen, dass es „keine Hinweise auf eine terroristische Lage“ gebe. Der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sagte damals ebenso schnell, dass die Erkenntnisse auf den Hintergrund eines „kriminellen Milieus“ hinweisen würden. 2013 entschuldigte er sich bei seiner Vernehmung im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags für diese Fehleinschätzung.“

Quelle: taz vom 23. Juni 2013, abgerufen am 8. Juni 2019 hier: http://www.taz.de/!5064684/


2. „Wichtige Zeugen wurden nicht befragt, eine Datenbank nicht richtig genutzt […] Als „fast schon skandalös“ bezeichnete Clemens Binninger, der CDU-Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss, das Verhalten der Kölner Polizei nach dem Anschlag im Jahr 2004. „Diesen Fall hätte man aufklären können“, ist Binninger überzeugt. Zu diesem Schluss kommt der Politiker nach der Befragung eines Kölner Polizisten im NSU-Untersuchungsausschuss am Donnerstag (25.04.2013) in Berlin. Der Beamte sei gemeinsam mit einem Kollegen zum Zeitpunkt des Anschlags in direkter Nähe auf Streife gewesen. […] die beiden Beamten hätten wichtige Hinweise geben können – wenn sie denn vernommen worden wären. […] Nach WDR-Informationen wurden sie allerdings nicht gefragt, ob sie Verdächtige gesehen hätten, die Ähnlichkeit mit den mutmaßlichen Attentätern des NSU gehabt hätten. Zum Ärger von Binninger: „Erst jetzt, neun Jahre nach dem Anschlag, werden sie vernommen und das noch nicht einmal gründlich“. Die Vernehmung habe ausgerechnet der Ermittler geführt, der 2004 für die Versäumnisse in Köln verantwortlich gewesen war. […] „Der Vorwurf der Verfahrensbeeinflussung steht im Raum“, sagte Petra Pau (Linke).“

3. „Wäre nach den Schlagworten „männlich“, „Koffer“ und „rechtsradikal“ gefragt worden, hätte man die Datei des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt abrufen können, kritisierte der CDU-Obmann. Spliethoff [Leiter der zuständigen Polizei-Tatortgruppe] war diese Abfragmöglichkeit nach eigenen Angaben nicht bekannt.“

Quelle von 2 und 3: WDR am 25. April 2013, abgerufen am 8. Juni 2019 hier: https://www.wdr.de/archiv/am-rechten-rand/nsu-108.html


4. „Am Tag des Nagelbombenanschlags war Andreas Temme, der Beamte des hessischen Landesamts für Verfassungsschutz, der im April 2006 beim NSU-Mord an Halit Yozgat in Kassel am Tatort anwesend war, in Köln, um eine Tagung zu besuchen.“

Quelle: Wikipedia, abgerufen am 9. Juni 2019 hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Nagelbomben-Attentat_in_K%C3%B6ln#Hintergr%C3%BCnde


Volker Bouffier, CDU, Ministerpräsident von Hessen

5. „Unglaubliche 120 Jahre Sperrfrist für eine Akte des Verfassungsschutzes zum NSU: Damit konfrontiert hatte sich auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Juni 2017 überrascht gezeigt. „Wie bitte?“, entfuhr es ihm. Die Linken waren auf die Existenz des Berichts gestoßen, den der hessische Verfassungsschutz verheimlichen wollte. Es geht um streng geheime Unterlagen darüber, was der ihm Jahre lange unterstellte Verfassungsschutz zur extremen rechten Szene zusammengetragen – und dabei ignoriert oder nicht ernst genommen hat.“

Quelle: Lars Wienand am 16. Juli 2018 auf t-online, abgerufen am 9. Juni 2019 hier: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_84106974/warum-bleibt-die-nsu-akte-120-jahre-unter-verschluss-.html


6. „Am 10.Juni stellte die Berliner Staatsanwaltschaft das von der Polizei eingeleitete Strafverfahren wegen Verunglimpfung des Staates ein. Die Staatsanwaltschaft bewertet die strittige Aussage [Staat und Nazis Hand in Hand] als eine im Kontext der Erkenntnisse zum NSU-Komplex zulässige Meinungskundgabe und betont, „dass die Formulierung ‚Staat und Nazis Hand in Hand‘ keine Gleichsetzung des Staates mit Nazis zum Ausdruck bringt, sondern nur eine enge Kooperation des Staates mit Nazis anprangert.“

Quelle: glokal am 2. Juli 2014, abgerufen am 9. Juni 2019 hier: https://www.glokal.org/nsu-schlappe-fur-polizei-staat-nazis-hand-in-hand-verunglimpft-staat-nicht/


7. „In Köln ist weiterhin nicht klar, wo das Mahnmal zur Erinnung an das Nagelbombenattentat vom 9. Juni 2004 gebaut werden soll. Nach Angaben von Oberbürgermeisterin Henriette Reker vom Freitag (07.06.2019) gibt es noch kein Grundstück für das Mahnmal. […] Wo bleibt der Aufschrei, fragen Anwohner zusammen mit der Initiative „Keupstrasse ist überall“ in einem offenen Brief, der jetzt im Internet zu lesen ist. Die Verantwortlichen in der Verwaltung hätten immer noch nicht begriffen, welche Bedeutung dieses Mahnmal habe, heißt es. […] Sollte es keine Einigung auf einen neuen Standort geben, dann sieht Kölns Oberbürgermeisterin die Gefahr, „dass wir auch in den kommenden Jahren und auf absehbare Zeit kein Mahnmal sehen werden“.

Quelle: WDR am 7. Juni 2019, abgerufen am 9. Juni 2019 hier: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/streit-mahnmal-keupstrasse-gedenktag-100.html


©2019 für Text- und Bildbeiträge (soweit nicht anders angegeben): Dieter Röseler – alle Rechte vorbehalten.

15. Mai 2019: BREAKING (Podcast-)News

Home is where the Dom is

Zutiefst geehrt, demütig dankbar und höchstgradig motiviert haben wir heute die große Freude, einen neuen institutionellen „Die Besten …“-Produzenten begrüßen zu dürfen:

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt den Chargesheimer-Jedächtnis-Podcast, der kommenden Samstag, den 18. Mai 2019 ab 20 Uhr LIVE aus der Lichtblick School in Köln-Nippes übertragen wird, ebenfalls.

Und zwar mit einem „Heimatscheck“, einem kulturellen Förder-Programm, das erst im letzten Jahr von der neuen schwarz-gelben Landesregierung aufgesetzt wurde.

Unser ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem für die Bearbeitung von Heimatscheck-Förderanträgen zuständigen Dezernat 35.3 bei der Bezirksregierung Köln, dessen gute Seelen es geschafft haben, die reguläre Bearbeitungszeit in diesem besonderen Fall zu halbieren. Ganz ohne jedes „Fitzli-Fatzli“. Unbürokratisch. Bürgernah. Toll!

Last but not least: DANKE für diese großartige Unterstützung – sie ist Ehre und Verpflichtung gleichermaßen!!!

5. Mai 2019: Photoszene-Festival 2019

SAVE the TIME!

Künstlergespräch mit Kurt Buchwald

5. Mai 2019 | 14:00 Uhr | Erzbergerplatz 9 | 50733 Köln

Kurt Buchwald

Vorgestern hat die „heiße“ Festivalwoche begonnen und der mutige Entschluß der OrganisatorInnen um Geschäftsführerin Heide Häusler, sich vom Diktat und der Unberechenbarkeit der KölnMesse nicht weiter beeindrucken zu lassen, hat sich zweifellos als richtig erwiesen.

Als eines der ältesten und renommiertesten Foto-Festivals weltweit präsentiert die Internationale Photoszene Köln in diesem „Nicht-photokina-Jahr“ erneut eine Vielzahl von Ausstellungen im Kölner Stadtgebiet, die sich großer Aufmerksamkeit erfreuen.

Eine der Interessantesten feierte gestern im Kölner Norden Eröffnung. Die beiden Mitbegründer der Initiative HIGH FIVE, HP Schaefer und Helmut Hergarten, haben sich in diesem Jahr die KollegInnen Philipp J. Bösel (DGPh) aus meiner neuen Heimat Bensberg, Kurt Buchwald (DFA) aus Berlin und die Kölnerin Steffi Sonntag ins Boot geholt.

Tagestipp für heute: das Künstlergespräch mit dem Fotografen, Aktions- und Konzeptkünstler Kurt Buchwald, den Schaefer am Rande der Hamburger DFA-Tagung für die diesjährige Gruppen-Show der HOHEN FÜNF gewinnen konnte.

Der gebürtige Wittenberger Kurt Buchwald, dessen Sohn – gutes antizipierendes Timing – am 9. November Geburtstag feiert, weiss Einiges zu berichten: so konnte er beispielsweise den Mauerfall vor 30 Jahren von einem Logenplatz aus beobachten: am Fenster seiner Berliner Wohnung. Irgendwann im Verlauf der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 wurde er von Baggerlärm geweckt und wunderte sich, warum die Grenzsicherungstruppen der NVA sich am „Antifaschistischen Schutzwall“ der Bernauer Straße zu schaffen machten.

(In diesem Zusammenhang muss leider erwähnt werden, dass der Chronist im Rahmen einer Vernissagen-Wette einige Kaltschalen kölnischen Gerstensafts verloren hat: der BesserWissi verwechselte die Bernauer mit der Bornholmer Straße…)

Buchwalds Arbeiten spiegeln seine Lebensphilosophie: durchaus gesellschaftskritisch nähert er sich selbst dem ernstesten Thema stets mit mindestens einer Prise augenzwinkerndem Humor. Mitunter durchaus sarkastisch. Und tiefschwarz. Wie seine Röhren. Und die 99 Luftballons, die seine Koje markieren.

4. Mai 2019: Chargesheimer-Jedächtnis-Podcast

PROFIFOTO berichtet:

2. Mai 2019 

Am 19. Mai würde der legendäre Kölner Fotograf Chargesheimer 95 Jahre alt. Am Vorabend wollen Philipp J. Bösel (DGPh), Markus Schaden (The Photobook-Museum), Wolfgang Zurborn (DFA­ Präsidium) und als Gastgeber Dieter Röseler ein ebenso unterhaltsames wie kurzweiliges und dennoch informatives Gespräch über den bedeutenden deutschen Fotografen der Nachkriegszeit führen.

„Charges…. – wer?“ ist die einhellige Reaktion, wenn man den Künstlernamen von Karl Heinz Hargesheimer (1924 – 1971/72) außerhalb seiner Fan-Gemeinde erwähnt. Dabei war der zeitlebens mit seiner Heimatstadt eng verbundene Kölner einer der gefragtesten und vielbeschäftigsten Nachkriegsfotografen Deutschlands: so beauftragte Spiegel-Gründer Rudolf Augstein ihn beispielsweise im Vorfeld der Bundestagswahl 1957, ein Porträt von Konrad Adenauer anzufertigen. In der Hoffnung, dass der „Alte“ so gezeigt werde, dass ihm keine dritte Amtszeit als Bundeskanzler vergönnt sei.

Obgleich Augsteins Hoffnung sich nicht erfüllte, war Chargesheimers Adenauer-Bildnis (das dieser im Übrigen autorisierte) eines „in Granit gemeißelten, maskenhaften Antlitz[es]“ in seiner ungeschönten Unmittelbarkeit seiner Zeit weit voraus und stilbildend, genauso wie der Bildband „Im Ruhrgebiet“, den er nur ein Jahr später gemeinsam mit dem späteren Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll vorlegte. Während sich die meisten Honoratioren der Ruhrgebiets-Städte über alle Maßen echauffierten („Der Gelsenkirchener Verkehrsdirektor warf den Autoren Böll und Chargesheimer „pessimistische Voreingenommenheit und beispiellose Einseitigkeit“ vor und konstatierte, die beiden Autoren hätten – „das gilt für Mensch und Landschaft“ – nur „Entartung“ dargestellt.“ Der Spiegel 4/1959, Seite 59), urteilte Karl Korn (Gründungsherausgeber und Ressortleiter Feuilleton der FAZ) in seiner Rezension: „Man fühlt sich mit einem Dante der Kamera konfrontiert.“

Auch mit seinem opus summum „Köln 5Uhr30“ (1970) polarisierte Chargesheimer. Seine vehemente fotografische Kritik an der nach dem Leitbild der „autofreundlichen Stadt“ ausgerichteten Kölner Verkehrspolitik der Sechziger Jahre war wenig zeitgemäß. Der melancholische Abgesang „an ‚seine‘ Stadt Köln, die im Beton zu erstarren drohte“ wurde zwar von photokina-Mitbegründer Prof. L. Fritz Gruber mit einer fulminanten Einzel-Ausstellung geadelt – beim Publikum stieß sie jedoch mehrheitlich auf Unverständnis und Ablehnung.


Heute wird diese Ikone der Fotobücher zu Höchstpreisen gehandelt und seine (und auch Heinrich Bölls) Meinung mehrheitlich geteilt, dass die Kölner Innenstadtschneise „Nord-Süd-Fahrt“ eine Bausünde allererster Güte sei. Die Stadt Köln hat zwar schon 1980 ein Nachwuchs-Stipendium im Bereich Medienkunst nach ihrem couragierten Sohn benannt, übt sich seither jedoch in vornehmer Zurückhaltung.


Weitere Erinnerungen im Öffentlichen Bewusstsein sind ausschließlich auf Privatinitiativen engagierter Bürger zurückzuführen (z. B. Gigi und Paolo Campi, Renate Gruber, Helmut Krumminga mit Wolfgang Niedecken, Heinz-Erich Lambertin et alii der Chargesheimer Gesellschaft, Prof. Christoph und Markus Schaden sowie Wolfgang Vollmer und Eusebius Wirdeier, beide DGPh).


Der Chargesheimer-Jedächtnis-Podcast wird planmäßig auf Dieter Röselers YouTube-Kanal live am Vorabend von Chargesheimers 95. Geburtstag am 18. Mai 2019 ab 20:00 Uhr aus der Lichtblick School in Köln Nippes übertragen.


Das Publikums-Interesse an dieser Veranstaltung ist überraschend groß: die Facebook-Veranstaltung hat bereits am 27. April d. J. (also noch vor Beginn aller PR-Aktivitäten der Projekt-Förderer) 1.366 Personen erreicht. Ein erstes Teaser-Video mit Wolfgang Zurborn und Dieter Röseler ist seit dem 20. April online. Das zweite, in dem Röseler und Philipp J. Bösel beim gemeinsamen Frühstück über Chargesheimer sinnieren, feierte am 27. April Premiere. Das dritte und letzte Teaser-Video schließlich, in dem Röseler auf Markus Schaden trifft, wird eine Woche vor der Veranstaltung am 11. Mai erscheinen.

https://www.youtube.com/channel/UC60nb0aYIkwCeBsEio-IzjQ

11. August 2018: #minnsche

 „… Gerade weil Dieter Röseler den Bezug [zu August Sander] wagt, erhebt sich seine Bilderreihe „#minnsche“ weit über eine Ansammlung großartiger fotografischer Individualporträts. … und erlaubt triftige Einsichten in das Selbstbild einer Gesellschaft, die sich ihrer Selbst nicht mehr sicher ist.“
Kunsthistoriker und -kritiker Prof. Klaus Honnef in seiner Einführung zu #minnsche

 

Letzte Woche ist Alles in Essig und Öl gebracht worden – die erste #minnsche-Show wird am 30. August 2018 in der Kölner Südstadt eröffnet.

Ein guter Zeitpunkt, ein wenig über mein aktuelles Projekt zu erzählen.

enJOY! 🙂

 

Einladungskarte zur ersten #minnsche-Ausstellung im Rahmen der Internationalen Photoszene Köln 2018

 

 

 

 

31. Juli 2018: Deutschland 5Uhr30 | 12. Jahrestag der mißglückten Kofferbombenanschläge von Köln

2006 | Hauptbahnhof: Bahnsteig zwischen Gleis 2 und 3 | Köln

Kofferbomben-Anschläge von Köln […] Am 31. Juli 2006 platzierten zwei aus dem Libanon stammende Studenten zwei in Rollkoffern versteckte Sprengsätze in Regionalzügen, die von Köln nach Hamm beziehungsweise Koblenz fuhren. Die Wecker lösen zwar zur eingestellten Zeit um 14.30 Uhr die Zündung aus, das Gas-Benzin-Gemisch in den Gasflaschen kann aber mangels Sauerstoff nicht explodieren. Wäre es anders gewesen, wären Splitter bis zu hundert Meter weit geflogen. Der eine Koffer wird im Fundbüro des Dortmunder Bahnhofs abgegeben und die Bombe dort entdeckt. Die zweite wird am nächsten Tag in Koblenz gefunden. Die Polizei veröffentlicht Videobilder der beiden Männer vom Kölner Hauptbahnhof, von denen einer ein Michael-Ballack-Trikot trägt. […] Das Motiv der beiden Muslime: Gotteskrieg gegen die Ungläubigen im Westen. Hamad wird am 18. Dezember 2007 in Beirut zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Das Urteil gegen El Hajdib fällt am 9. Dezember 2008 in Düsseldorf: lebenslange Haft.

DIE WELT vom 14. Dezember 2012, abgerufen am 21. September 2015 hier: welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article112029233/Kofferbomben-Anschlaege-von-Koeln.html


Exzerpt von Deutschland 5 Uhr 30 [Hommage an Chargesheimers Köln 5 Uhr 30]

 

©2015–2018 für Text- und Bildbeiträge (soweit nicht anders angegeben): Dieter Röseler – alle Rechte vorbehalten.

 

21. Juni 2018: „American Spirit“

Peter H. Fürst

Vor 160 Tagen ist der großartige Mensch und Fotograf Peter H. Fürst verstorben. Heute wiederaufersteht er in der weit über 200 Jahre alten Kapelle der Kaune Contemporary – zumindest in einigen Arbeiten an deren Südwand.

Kaune und Boucherie
Michael Kaune (links) und Marc Boucherie vor den Arbeiten von Peter H. Fürst

Galerist Michael Kaune spendiert Fürsts großformatigen Arbeiten auf Dibond zurückhaltend schmale Schattenfugen-Rahmen, die trotz anfänglicher Skepsis auch Fürsts Nachlassverwalter Marc Boucherie bei der Vernissage überzeugen.

Jo Fober
Jo Fober vor seiner Grand Central Station

Neben Fürst zeigt die Kaune Contemporary Arbeiten der Amerikaner Todd Hido, Mark Arbeit und George Holz, sowie Werke der beiden Deutschen Peter Granser und Jo Fober.

Überaus beeindruckend sind die Arbeiten des in Köln lebenden und arbeitenden Jo Fober, wie zum Beispiel sein Bildnis der New Yorker Grand Central Station, das er aus zwei Einzelaufnahmen seiner Cambo-Fachkamera zusammengestitched hat.

 

 

Todd Hido, der während der Internationalen Photoszene 2014 einige Tage lang als artist in residence im damals frisch eröffneten The QVEST eine intensive Werkreihe im, auf und um Charles Eames Lounge-Chair schuf, zeigt seine Arbeiten im Chor der Kapelle, während die schlichten USM-Möbel mit einem seiner Bücher geadelt werden.

Todd Hido
Eröffnungsweißwein an Foto-Buch auf USM-Tisch

Auch die Arbeiten der anderen Künstler sind durchaus sehenswert. Insgesamt ist diesem zweifellos bei Weitem exzeptionellsten Ausstellungsspot in ganz Köln zu wünschen, dass das Beleuchtungskonzept mittelfristig eine Optimierung erfährt.

„American Spirit“ ist noch zu sehen bis zum 18. August 2018

Todd Hido
Todd Hido-Arbeiten im Chor der Kaune-Contemporary-Kapelle

 

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