„Die Besten …“ | Episode 6

Markus Beckedahl im Besprechungsraum „Tresor“

netzpolitik.org-Gründungs-Chef Markus Beckedahl wurde im Juli 2015 als Staatsfeind Nr. 1 von einem gewissen Hans-Georg Maaßen gehetzt.

Damit hat der seinerzeitige Leiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz sich auf eine Stufe gestellt mit dem 1962 amtierenden Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Strauß: er hatte die … nunja: mindestens sportliche, vor Allem aber demokratiefeindliche Auffassung, dass ein StaatsDIENER einen investigativ tätigen Journalisten mit Hilfe eines mehr schlecht als recht an den Haaren herbeigezogenen Verdachts auf Landesverrat (§94 StGB) mundtot machen könne.

Strauß hatte 1962 nach 52 Tagen keine andere Wahl mehr, als auf sein Amt zu verzichten. Nachdem alle FDP-Minister 11 Tage zuvor aus Protest geschlossen zurückgetreten sind.

Maaßen hingegen durfte nach seinem Lapsus noch drei Jahre und vier Monate den Inlands-geheimdienst leiten – warum auch immer.

Erst vor Wochenfrist traute Schorsch Maaßen sich wieder in die Öffentlichkeit (gute drei Monate, nachdem ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endgültig mit sofortiger Wirkung in den einstweiligen Ruhestand versetzt hatte). Mit einer Rede, in der er die Flüchtlingspolitik des Jahres 2015 als grundlegende Ursache für eine wachsende Gefahr des islamistischen Terrors brandmarkte.

Maaßen mag Jurist und politischer Beamter sein, wie die deutsche wikipedia im ersten Satz feststellt. Vor Allem aber ist er zweifelsohne eins: ein rechter Brandbeschleuniger.

Im Gespräch mit Dieter Röseler spricht Beckedahl nicht nur über diese seine Erfahrungen im politischen Sommerloch 2015 (die in letzter Konsequenz den seinerzeit amtierenden Generalbundesanwalt seinen Job kostete; ein Bauernopfer), er erklärt auch das justiziable Phänomen „Doxing“, warum er Robert Habecks Reaktion auf den Doxing-Fall im Januar 2019 als surreal bezeichnet und wie er die Netzpolitik der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien bewertet.


Das Podcast-Konzept wurde entwickelt in enger Kooperation mit dem Bergisch Gladbacher Bürgerportal, das die Produktion auch dieser Episode tatkräftig unterstützt hat.


zu allen Episoden